Solarenergie braucht keine Kühlung

Ein Leserbrief von Harry Block

Vorwort zum angehängten, untenstehenden Leserbrief (BNN am 4.Juli 2026)

Die BNN hat für Lesebriefe eine Vorgabe von 2.500 Zeichen. Da kann man vieles nicht ausführlich darstellen. Deshalb hier einige Zusatzinformationen. Die Zahlen zu finden ist nicht so einfach. Deshalb habe ich hier einige aufgeführt (thru.de-Daten von 2024, neuere gibt es noch nicht).

Wenn ich die Papierfabrik Maxau anspreche, dann geht es mir (bzw. uns, das waren BUND und die BI ‚Müll und Umwelt‘) vor allem um ihre Wirbelschichtfeuerung. Sie ist für ein Kohlekraftwerk ausgelegt. Sie hat keine Filter wie eine Müllverbrennungsanlage. Sie verbrennt aber Ersatzbrennstoffe – eine Verharmlosung für reinen Müll.

Papierfabrik Maxau GmbH:

442.000.000 kgKohlendioxid (CO2)
440.000.000 kgKohlendioxid (CO2) ohne Biomasse
233.000 kgStickoxide (NOx/NO2)

               Dazu noch in den Rhein:

                    371.700 kgGesamter organischer Kohlenstoff (TOC)
                            111 kgZink und Verbindungen (als Zn)
                            139 kgArsen und Verbindungen (als As)                               

Das ist das eigentliche Problem, dass wir bei unserer Einwendung mit dem Kühlwasser verbunden haben. Natürlich geben sie auch das erwärmte Kühl- und Brauchwasser ungekühlt und mit Schadstoffen belastet in den Rhein zurück Das wird bei einer Wassergenehmigung, die wie alle Genehmigungen nicht einer Gesamtbetrachtung unterzogen werden, nicht berücksichtigt.

Wenn ich hier die Rheintemperatur anspreche, dann geht es eigentlich darum, dass ab 27°C kein Kühlwasser mehr entnommen werden dürfte. Kraftwerke sind aber systemrelevant und bekommen immer Ausnahmegenehmigungen. Das geplante Gaskraftwerk der EnBW RDK 9 wird kein Kühlwasser mehr in den Rhein einleiten. Der Kühlturm wird also im Dauereinsatz sein. Das bedeutet für Daxlanden nicht nur ständige Schwaden-Nebelbildung durch den Wasserdampf, sondern vor allem eine durchschnittliche Temperaturerhöhung von 1°C – ganzjährig.

Die genaue Wasserentnahme der MiRO – es handelt sich um Uferfiltrat, also einer Mischung aus Grundwasser und Rheinwasser – werden nicht veröffentlicht. Deshalb die Schätzung. Die Stadtwerke feiern die Abnahme von 60 % der Fernwärme von der Raffinerie MiRO als riesigen Umwelterfolg. Er wird mit folgenden Emissionen für die Produktion von Benzin, Diesel und Kerosin erkauft:

MiRO Werk 1:

 1.873.000.000 kgKohlendioxid (CO2)
              1.670.000 kgSchwefeloxide (SOx/SO2)
              1.386.000 kgStickoxide (NOx/NO2)
                 237.000 kgNMVOC
                   19.000 kgDistickoxid (N2O)
                         137 kg Nickel und Verbindungen (als Ni)       

MiRO Werk 2:

         703.000.000 kgKohlendioxid (CO2)
                 606.000 kgSchwefeloxide (SOx/SO2)
                 566.000 kgStickoxide (NOx/NO2)
                 182.000 kgNMVOC
                   19.000 kgDistickoxid (N2O)
                           99 kgNickel und Verbindungen (als Ni)       

 Ins Wasser geben MiRO Werk 1 + Werk 2 zusammen ab:

                         142 kgNickel und Verbindungen
                         156 kgPhenole (als Gesamt-C)     
                         125 kgBlei und Verbindungen

Ich habe das Kühlwasserproblem nur regional betrachtet. Deshalb fehlen die riesigen Mengen von Kühlwasser für die Atomkraftwerke. Auch die sogenannten kleinen Atomreaktoren (Small Reactors), die es nur auf Papier gibt, brauchen viel Kühlwasser. Ein  Block in Philippsburg brauchte 100.000 l pro Sekunde Rheinwasser. Das Problem dabei sind nicht nur die zu hohen Temperaturen der Fließgewässer, sondern vor allem ihr derzeit wieder absolut niedriger Wasserstand.

Über 5 Jahre hat Frankreich mit der Schweiz über ein Abkommen zur Zusammenarbeit im Bereich des Gewässermanagements der Rhone und des Genfersees verhandelt und 2025 unterzeichnet. 16 Atomkraftwerke liegen an der Rhone, 3 davon wurden wegen Wasserproblemen aktuell (6. Juli 2026) abgeschaltet. Ich war am 2. Juli mit Wissenschaftlern der Uni Zürich auf dem Rhonegletscher. Der Rhonegletscher hat im Zeitraum vom 15.6.2026 bis 2.6.2026, also in 2 Wochen 1,5 Meter seiner Dicke/Mächtigkeit verloren, und trotzdem gibt er immer weniger Wasser ab, weil die Schneeniedereschläge immer geringer ausfallen und die zu Verfügung stehende Eismasse sich ständig verringert. Deshalb muss nun mehr Wasser aus dem Genfer See entnommen werden, als die Rhone zuführt. Am Aare- und dem Aletschgletscher, den Hauptzuflüssen des Rheins, sieht es ebenso dramatisch aus.

Am Rhein bei Maxau sieht es aktuell so aus:

Wassertemperatur im Rhein

Quelle: LUBW 

 

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